Migration als Normalfall – Multiperspektivisch und transkulturell berichten

Workshop für Medienschaffende

Medial wird Migration in Deutschland überwiegend als ein neues Phänomen dargestellt und nicht selten dramatisiert. Das ist wenig erstaunlich, denn oftmals werden homogen-nationale Geschichtsbilder vermittelt, in denen Migration einen Ausnahme- oder Problemfall der deutschen Geschichte und Gesellschaft darstellt (s. z. B. Schulbuchstudie des Georg-Eckert-Instituts, 2015). Zudem ist interkulturelle Kompetenz noch kein Standard im schulischen und universitären Curriculum.

Damit Journalist*innen noch stärker jenseits von Stereotypen über Migration und Integration berichten, ist es aus unserer Sicht wichtig, eigene und kollektive Geschichtsbilder zu reflektieren, Wissensdefizite auszugleichen und die Rolle von Journalist*innen bei der Konstruktion von Bildern über Migration auf den Prüfstand zu stellen.

 

Hier setzt der Workshop der Neuen Deutschen Medienmacher und DOMiD an. Perspektiven aus Wissenschaft und journalistischer Praxis werden zusammengebracht, um für eine historische Kontextualisierung und ein differenziertes „Framing“ in der Berichterstattung über Migration und Integration zu sensibilisieren. Es werden Techniken vermittelt und gemeinsam mit den Teilnehmenden Ideen für einen neuen Blick auf die Themen Migration und Integration entwickelt.

Ziel ist es, Impulse zu setzen für eine Berichterstattung, die sich von dem teils vereinfachenden Mainstream der Debatte absetzt und mit Rückgriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse gesellschaftliche Prozesse differenziert dokumentiert, kommentiert und erklärt.